Viele Wege führen nach Rom..ähh..in die Highlands!

Shownotes

Wir nehmen euch mit in unser Leben in den schottischen Highlands! In dieser ersten Folge erzählen wir offen, wie unser Fernweh, unerwartete Umwege und mutige Entscheidungen uns hierher geführt haben. Wir sprechen über unsere ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Auswandern, die Suche nach dem richtigen Ort und wie wir gelernt haben, auf unser Bauchgefühl zu hören. Zwischen Sauna-Gesprächen, kulturellen Unterschieden und kleinen Fettnäpfchen zeigen wir, dass ein Neuanfang selten gradlinig verläuft. Hört rein und begleitet uns auf dieser spannenden Reise voller Freiheit, Umwege und echten Geschichten aus dem Norden Schottlands.

Highlands (Schottland)

https://de.wikipedia.org/wiki/Highlands

Brexit

https://de.wikipedia.org/wiki/Brexit

Bothy

https://de.wikipedia.org/wiki/Bothy

Gran Canaria

https://de.wikipedia.org/wiki/Gran_Canaria

Shetlandinseln

https://de.wikipedia.org/wiki/Shetlandinseln

Orkneyinseln

https://de.wikipedia.org/wiki/Orkneyinseln

Manchester

https://de.wikipedia.org/wiki/Manchester

Berlin

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin

Inverness

https://de.wikipedia.org/wiki/Inverness

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00:00:02: So, Susanne.

00:00:06: Also, ich würde sagen, wir machen die Pulle auf, oder?

00:00:08: Ja.

00:00:08: Lass die Kocken knallen.

00:00:09: Ich

00:00:09: habe mal hier so ein Küchentuch.

00:00:12: Falls es wild spritzt, wir wollen ja nicht, dass unsere schönen Scharffälle alle nass werden.

00:00:18: Aber eigentlich, ich muss ganz ehrlich sagen, bin ich Profi, was es also Pullen machen kann.

00:00:23: Das soll ich gar nicht zu

00:00:24: laut sagen.

00:00:25: Ach du, Profi ist am Werk.

00:00:28: Ja.

00:00:29: So, ich halbe mal ein Glas, genau.

00:00:30: Eines meiner liebsten Geräusche.

00:00:37: Ah,

00:00:39: wie das pritzelt.

00:00:43: Herzlich willkommen zu Sturm frei in den Highlands.

00:00:45: Wir sind Ramona und Susanne, zwei Frauen in zwei unterschiedlichen Lebensphasen an einem gemeinsamen Ort, der Norden Schottlands.

00:00:51: In diesem Podcast nehmen wir euch mit in unser echtes Leben in den Highlands.

00:00:55: Wir sprechen über ehrliche Entscheidungen, unerwartete Umwege und darüber, wie sich ein Neuanfang wirklich anfühlt.

00:01:03: Also, ich glaube, das ist der perfekte Start, Susanne.

00:01:06: Denn ich glaube, uns beiden geht der Arsch auf Grundeis.

00:01:11: Endlich ist es so weit.

00:01:12: Endlich.

00:01:12: Genau, unsere erste Podcast-Folge.

00:01:15: Ich bin super aufgeregt und freue mich aber auch gleichzeitig so, dass wir endlich, ja ... dazu kommen, es wirklich zu machen.

00:01:22: Wir haben ja schon eine Weile damit geliebäugelt und ja, heute ist es soweit.

00:01:26: Heute ist es soweit.

00:01:27: Ich bin genauso aufgeregt wie du.

00:01:28: Wir schwitzen die Hände und das liegt nicht nur an der Location, in der wir uns gerade befinden.

00:01:33: Sollen wir vielleicht erst mal aufklären, wo wir hier überhaupt sind?

00:01:37: Sehr gute Idee.

00:01:38: Ich habe ja so eine kleine Gartensauna und das ist ja... So mein kleiner Rückzugsort, mein Wohlfühlort im Prinzip und ich habe gedacht, dass das die ideale Umgebung ist, um einen Podcast aufzunehmen.

00:01:52: Es ist also nicht nur wegen der Akustik bei mir im Haus.

00:01:55: Also meine Decken sind ja relativ hoch, was ich drei, vier Meter hoch.

00:01:59: Oh Gott, jetzt fühlte sich das so an, als würde ich in einem Menschen

00:02:02: wohnen.

00:02:05: Die Villa,

00:02:06: die Villa rushten.

00:02:07: Nein, also ich wohne in einem Bungalow, aber die decken sie relativ hoch und hier ist es so richtig schön cozy und dieses Saunafieling, dieser Geruch und dieses Setting hier gibt mir so unheimlich ruhige Vibes.

00:02:21: Ja, also es ist nicht nur der Akustik wegen, auch wenn ich sagen muss, es ist wahrscheinlich die perfekte Location, um meinen Podcast aufzunehmen.

00:02:27: Nichts echo-tier, aber wir haben ja tatsächlich auch, und das können sich die Leute da draußen vielleicht gar nicht so vorstellen, einen richtig schönen Ausblick in die schottischen Berge, in die unendliche Weite, die wir in Schottland so oft finden.

00:02:38: Genau, also man kann hier durch diese große Fensterscheibe wirklich kilometerweit gucken über... Wälder, also ich sehe Birken-Wäldchen weiter hinten, Tannenwälder und noch weiter hinten sehen wir wirklich eine ganz ganz tolle Bergkette.

00:02:54: Also mit Horizont, also man kann richtig schön weit gucken hier und

00:02:59: ja.

00:03:00: Der perfekte Ort, starke Himmelspiele, die Wolken geben uns mal wieder ein starkes Bild hier ab.

00:03:05: Wie kam es überhaupt dazu, dass wir beide jetzt Lust hatten auf dem Podcast?

00:03:09: Also ich sag mal so, wir beide sind ja auf Social Media vertreten und bekommen ganz oft immer wieder ähnliche Fragen gestellt, nämlich wie ist das Leben in Schottland, wie seid ihr da hingekommen, was, oh, jetzt hören wir die Hundebellen.

00:03:24: Wie seid ihr da hingekommen, welche Entscheidungen haben dazu geführt?

00:03:28: und diese Fragen, die kann man ganz schlecht so in zwei, drei Sätzen beantworten.

00:03:32: Und ich glaube, so ein Podcast ist genau das richtige Medium, um da wirklich auf Fragen einzugehen, auch auf Fragen, die vielleicht unsere Zuhörerinnen im Laufe des Zuhörendes vielleicht bekommen, also please feel free, schreibt es uns in die Kommentare, welche Fragen habt ihr, die wir vielleicht hier noch nicht beantwortet haben oder die euch einfallen, während ihr das hört.

00:03:53: Wir konzentrieren uns jetzt ein bisschen darauf auf die Fragen, die wir in der Vergangenheit jetzt schon bekommen haben.

00:03:58: und da war ganz oft die Frage, was hat euch dazu bewegt, ausgerechnet nach Schottland zu kommen?

00:04:05: Ja, das sind auch so Fragen, die glaube ich den Instagram so ein bisschen sprengend nicht war.

00:04:10: Auf jeden

00:04:11: Fall.

00:04:11: Hattest du schon immer den Traum vom Auswandern und, wenn ja, war es auch immer Schottland?

00:04:17: Nein, also Schottland war es nicht.

00:04:19: Also ich hatte schon immer, glaube ich, so ein bisschen dieses Gefühl in mir, ich möchte gerne mal woanders leben oder ich möchte etwas anderes sehen oder was anderes kennenlernen als das, was ich schon kenne.

00:04:35: Und das ist eigentlich, wenn ich so... Ich bin jetzt eine ganz andere Generation als du.

00:04:40: Ich werde in diesem Jahr sechzig.

00:04:42: Also, wenn ich jetzt zurückdenke an meine Kindheit zum Beispiel, fand ich das andere, das, ich sag mal, Anführungen strechen Fremde.

00:04:52: irgendwie unglaublich anziehend.

00:04:53: Also ich kann mich erinnern, dass meine Großtante, die hatte auf ihrem Fernseher, also wie man das so hatte, die hatte so ein Fernseher, so ein Röhrengerät, das war in so einem Holz, in so einer Holzkommode, war das so eingepackt mit so einem Türchen, was man dann vorher aufmachen musste.

00:05:10: Also das Fernsehen wurde damals richtig zelebriert, du machst das also dieses Türchen auf und dann so ein Fernseher angemacht.

00:05:14: Jedenfalls hatte die da oben auf dieser Kommode, wo der Fernseher drin war, einen Globus stehen.

00:05:20: Und dieser Globus, der stand auf so einem Brokarddeckchen, also auf dieser Holzkomode lag so ein Brokarddeckchen, und da war eben dieser Globus drauf.

00:05:28: So, und diesen Globus, den konnte man anknipsen, dann war der von innen beleuchtet, und dann konnte man eben, ich weiß nicht, diese Strömung denn in den Ozean sehen und so weiter.

00:05:36: Und diesen Globus, den habe ich unheimlich geliebt, und den hat sie dann ab und an mal dann zum Esszimmertisch geholt.

00:05:42: Es war ganz schlecht zu Fuß, also er hat meistens in so ein bequem Sessel gesessen.

00:05:47: Und hat mir dann erklärt, was ist denn das für ein Land?

00:05:50: Und da haben wir letztens drüber gesprochen, weißt du noch, was das ist?

00:05:54: Und ich kann mich erinnern, dass sie immer gesagt hat, und schau mal, dieses Land, was aussieht, wie eine Nase, das ist Indien.

00:06:01: Und ich fand das so spannend.

00:06:04: dass ich immer wieder daran denke, dass ich damals gefühlt habe, ach, das ist so weit weg und da muss ich ins Flugzeug steigen und da muss ich so in so vielen Stunden, muss ich fliegen, um in diesem Land zu sein.

00:06:14: Jetzt habe ich es aber leider, also immer noch nicht bis Indien geschafft, aber das steht auf meiner Wunschliste.

00:06:19: Ja, und das sind so Gefühle, an die ich mich erinnern kann, die ich hatte, dass mir das, jetzt muss ich es wieder in Anführungsstrichen setzen, also das exotische... fand ich immer irgendwie anziehend.

00:06:31: Ja.

00:06:31: Du beschreibst ein kleines bisschen Fernweh, glaube ich, oder?

00:06:34: Ja,

00:06:34: ich glaube, das trifft es ganz gut.

00:06:36: Also, das war nicht zwangsläufig der Wunsch nach Auswanderen, sondern irgendwie hatte ich immer schon in mir so etwas, ja, was man genau, was man ganz gut als Fernweh bezeichnen kann.

00:06:46: Fernweh spannend.

00:06:47: Fernweh und so die Sehnsucht nach dem anderen, nach dem Weiten, nach anderen Ländern, Kontinenten spielt auch bei mir eine große Rolle, beziehungsweise bei meiner Mutter eigentlich.

00:06:56: Ich glaube, da hat es alles angefangen.

00:06:58: Die ist nämlich in den Neunzigern mit mir nach Chile, nach Südamerika ausgewandelt.

00:07:02: Das heißt, ich hatte sozusagen die Auswanderer-Experience schon ganz, ganz früh mitbekommen.

00:07:08: Mit

00:07:09: Sicherheit war das dann dabei noch was ganz anderes.

00:07:10: Genau,

00:07:10: so in den Neunzigern.

00:07:11: Ich glaube, da war nicht nur die Sorge groß bei meinen Großeltern und bei der Familie.

00:07:16: sondern es war auch ein NISS, also Südamerika ist halt so weit weg, dass man, glaube ich, zwanzig Stundenflug von Europa dann rüber.

00:07:24: und da hat meine Mama sozusagen mich schon auf ihre Auswandererreise mitgenommen, was tatsächlich eher dazu geführt hat, dass ich eine ganze Weile gar nicht das Bedürfnis hatte, noch mal ins Ausland zu gehen, sondern dachte, ich habe eigentlich schon genug gesehen, genug erlebt.

00:07:37: Ich würde jetzt gerne irgendwie Fuß fassen und das war dann damals in Berlin.

00:07:41: Aber wie das Leben ja immer so spielt und wo die Liebe hinfällt, habe ich dann irgendwann eine Fernbeziehung angefangen mit einem Mann aus Manchester aus England.

00:07:49: Und den hast du in Berlin kennengelernt?

00:07:50: Den habe ich auf einem Flug kennengelernt von Berlin nach Ibiza.

00:07:55: Ich war nämlich damals noch Nanny für die Superreichen.

00:07:58: Das ist vielleicht noch mal eine eigene Episode wert.

00:08:01: Da war ich und hatte eine Schicht auf Ibiza, um dort ein kleines Mädchen zu betreuen.

00:08:05: Und mein Ex-Freund war frisch getrennt und fuhr gerade zu einem Yogaseminar.

00:08:09: Wir saßen nebeneinander, haben angefangen zu quatschen.

00:08:13: Ich habe erst mal zehn Minuten lang auf Deutsch gequatscht, mich gewundert, warum er so ruhig ist und irgendwann dann mitbekommen, ah, er ist Engländer, er spricht gar kein Deutsch.

00:08:21: Wir haben Nummern ausgetauscht, eine Fernbeziehung angefangen und so kam das.

00:08:23: dann, dass dann im Ausland leben, tatsächlich dann doch wieder im Raum stand.

00:08:28: War dann aber tatsächlich auch eine ganz schnelle Entscheidung, die wir treffen mussten, weil Brexit stand vor der Tür.

00:08:35: Ja, es war schon beschlossen.

00:08:36: Wir wussten aber alle nicht, wann wird es dann in Kraft treten?

00:08:39: Wann ändern sich die Rechte?

00:08:40: Ich glaube, das wäre Nummer zwei Tausendsechzehn, wenn ich mich erinnere.

00:08:43: Genau.

00:08:43: Und alles in Kraft getreten ist ja dann erst zwei Tausendzehnundzwanzig.

00:08:47: Richtig.

00:08:47: Ich glaube, ab dem ersten Januar hätte man als EU-Bürger nicht mehr einfach so nach Schottland oder nach England auswandern können.

00:08:53: Also stand für uns dann die große Frage im Raum.

00:08:55: Kommt er nach Deutschland?

00:08:56: Kommt ich nach Großbritannien?

00:08:57: Es war keine Option für ihn erst mal nach Deutschland zu kommen, beruflich.

00:09:01: Also habe ich dann einfach diese Entscheidung getroffen und bin nach England ausgewandert.

00:09:05: Und so bin ich erst mal die ersten Jahre in Manchester gewesen.

00:09:07: Also dann bist

00:09:08: du von Berlin nach Manchester.

00:09:09: Genau, bin ich von Berlin nach Manchester.

00:09:11: Schottland war bis dahin auch gar nicht auf meinem Schirm, noch überhaupt nicht in der Überlegung oder jemals eine Möglichkeit, die ich so gesehen hatte und habe dann aber erst mal die Großstadt gegen eine etwas kleinere Stadt ausgetauscht und so sozusagen mein Einstieg in UK begonnen.

00:09:27: Ja,

00:09:28: spannend.

00:09:29: Und dann hast du wie lange in Manchester gelebt?

00:09:31: Da war ich dann ungefähr vier Jahre und irgendwann kam es dann auch bei mir zu so einer großen Lebensveränderung, die Beziehung, es hat alles nicht mehr so funktioniert und irgendwann haben wir dann im Buten beschlossen, auseinander zu gehen.

00:09:44: Für mich stand dann aber wieder irgendwie ne.

00:09:46: Dedikaten wurden wieder neu gelegt.

00:09:47: Was habe ich jetzt für Optionen?

00:09:48: Eine Option war, ich gehe wieder nach Berlin.

00:09:51: Dann auch wahrscheinlich erst mal wieder zu meiner Mutter in die kleine Berliner Wohnung in Pankow einziehen.

00:09:56: Und Mama, wenn du das hier hörst, nichts gegen dich.

00:09:58: Aber ich konnte mir nicht vorstellen, Mitte dreißig dann doch wieder zu Hause einzuziehen.

00:10:03: Hatte auch gerade einen neuen Job hier angefangen.

00:10:06: Und für mich war klar, ich muss im Vereinigten Königreich bleiben.

00:10:09: Ich wusste nur nicht, wo.

00:10:10: Was ich aber unbedingt wollte, weil ich mir bis dahin dann auch ein Hund... gelegt hatte, war, dass ich in die Natur wollte.

00:10:16: Und dann stand für mich so ein paar Ortes, kam Wales in Frage, Schottland kam dann auf einmal auf Nordosten, Nordwesten, Englands.

00:10:23: Und irgendwann habe ich dann mein kleines, aber feines Buffy gefunden, in dem ich jetzt lebe und das hat tatsächlich den Weg Schottland für mich so geebnet.

00:10:30: Ich glaube, unsere Zuhörer wissen gar nicht so genau, was überhaupt ein Bossy ist.

00:10:34: Ja, ich wusste nicht, was ein Bossy ist, bis ich es gesehen hatte.

00:10:38: Wie kann man ein Bossy beschreiben?

00:10:39: Ich glaube, ganz früher war es tatsächlich eher für Förster und Hirte gedacht als ganz einfache Unterkunft.

00:10:44: zum kleinen Steinhäuschen, Stein Cottage.

00:10:47: Das ist eigentlich so ganz typisch.

00:10:48: Was man so im Kopf hat, glaube ich, wenn man an Schottland denkt, dann gibt es diese... kleinen weiß getünchten Steinhäuschen mit so einem Schornstein auf jeder Seite.

00:11:00: Das nennt man hier Bossi.

00:11:02: Ich glaube, auf Englisch würde man vielleicht sogar Cottage ersagen.

00:11:06: Und das ist meistens ein Raum auch.

00:11:07: Nicht wahr?

00:11:08: Hat vielleicht ein oder zwei maximal Öfen.

00:11:11: Inzwischen dient es aber, glaube ich, eher für Wanderreisende, Leute, die die Wanderung machen.

00:11:15: Ich glaube sogar,

00:11:16: es gibt richtige Reiseführer, so Bossiewanderungen, wo du dann mehrtägige Wanderung machen kannst.

00:11:21: Und nachts suchst du dir so ein Bossie und kannst da deinen Schlafsack aufschlagen.

00:11:26: Und dann gibt es meistens auch so einen kleinen Kamin, Feuerholz wird da meistens bereitgestellt.

00:11:30: Und dann kannst du es dir da so halbwegs gemütlich machen.

00:11:33: Es sind keine Möbel drin oder sonst irgendwas, sondern du sprattest da dein Schlafsack aus und kannst da über Nacht und am nächsten Morgen weiterziehen.

00:11:38: Ja,

00:11:38: und du musst damit rechnen, dass vielleicht auch andere Leute da sein werden.

00:11:41: Auf

00:11:41: jeden Fall.

00:11:42: Also ich selber habe es noch nicht gemacht, aber ich kenne jemanden, der das schon gemacht hat und genau so ist das.

00:11:48: Du kommst da rein, bist vielleicht alleine, aber im Laufe der Nacht kann es durchaus sein oder bis abends, dass da mehrere Leute ihre Schlafsäcke aufschlagen.

00:11:54: Genau.

00:11:55: Ja.

00:11:55: Wirdst du dich trauen, in so einem Boss zu gehen?

00:11:57: Oh, das steht

00:11:57: auf meiner Bucketlist.

00:11:59: Ich möchte so eine Bossiewanderung unbedingt mal machen.

00:12:02: Ich habe es noch nicht hingekriegt.

00:12:05: Bisher, also ich bin schon auf einem Shetland Inseln Orkney und so weiter gewesen und hab da auch Rundtouren gemacht, aber immer im Auto geschlafen.

00:12:12: Also ich hab so ein Auto mal hinten die Rückbank umklappen kann und dann, weiß ich nicht, kann man sich da eigentlich ganz gut ausstrecken.

00:12:17: Aber, dass ich so eine Bosse übernachtet hab, noch nicht, steht aber noch auf meiner

00:12:20: Liste.

00:12:20: Ja.

00:12:21: Bei mir auf dem Grundstück steht ja auch ein kleines Bosse.

00:12:23: Ja, und das baust du gerade um?

00:12:25: Das baue ich gerade um, genau.

00:12:26: Und mal sehen, wann es fertig wird, wenn das alles nicht so einfach hier mit dem Rad fährt und so weiter.

00:12:33: Die meisten Sachen muss ich dann doch... selber machen oder Philipp besser gesagt.

00:12:36: Aber wir strachen jetzt die Wände und es sieht ganz gut aus, also dass es bald fertig wird.

00:12:41: Und Leute, ich habe ja schon mal reingeschaut ins Bosse, den Ausblick, den ihr aus diesem Bosse haben werdet, ist mindestens genauso gut wie der Ausblick aus der Sauna.

00:12:49: Ja,

00:12:49: stimmt.

00:12:50: Also ein Thema, was immer wieder in meinem Kopf auftaucht, vor allem wenn wir beide sprechen, ob in der Sauna oder unsere Küchentischgespräche, ist dass es, glaube ich, immer so eine Idee gibt vom Auswandern.

00:13:03: und dieser Traum Schottland, den ja, glaube ich, ganz, ganz viele auch haben.

00:13:06: Es ist ja auch wirklich magisch und traumhaft schön hier.

00:13:09: Das kann man ja nicht anders sagen.

00:13:11: Aber dass so ein... Traum auswandern, dass der bei uns beiden so gar nicht, der Schottland-Traum gar nicht so da war, sondern wir über Umwege eher hier gelandet sind.

00:13:21: Und das ist so eine der Sachen, wo ich sage, da haben wir echt viel gemeinsam, auch wenn wir aus komplett unterschiedlichen Generationen kommen, dass wir beide viele Umwege gegangen sind und nicht unbedingt ein sehr gratlinigen Weg verfolgt haben, der uns jetzt hergebracht hat.

00:13:34: Das

00:13:34: stimmt.

00:13:34: Also wir sind unterschiedliche Generationen.

00:13:36: Also du bist Millennial, ich bin Gen X.

00:13:39: Ja.

00:13:40: Kein Boomer, so viel Zeit.

00:13:42: Das ist ganz wichtig.

00:13:43: Und ja, da liegen also wirklich einige Jahrzehnte dazwischen.

00:13:48: Aber genau, du sagst es, die Wege, die hier hergeführt haben, das war kein gradliniger Weg.

00:13:55: Also ich habe meine Reise vor zwölf Jahren begonnen.

00:13:58: Da gab es einen Ereignis, was mein Leben noch mal grundsätzlich auf andere Füße gestellt hat.

00:14:05: Und wo ich mich dann entscheiden konnte, was mache ich jetzt?

00:14:08: Und ich mir wirklich überlegt habe, Du hast seit deiner Kindheit diesen Wunsch, andere Kulturen, andere Dinge kennenzulernen.

00:14:16: Und jetzt gibt es die Gelegenheit... jetzt nochmal die Gelegenheit da am Schopf zu packen und wirklich noch mal Gas zu geben.

00:14:23: Da war ich ja schon, also schon, fünftig oder Ende vierzig und hab dann wirklich überlegt, okay, was mache ich jetzt?

00:14:30: Ich hatte damals noch mal eine Ausbildung angefangen mit Ende vierzig zu erzieren und die Ausbildung war gerade zu Ende und dann bin ich erst mal nach Gran Canaria gekommen.

00:14:40: Also da gab es eine Stelle, die da frei war im Kindergarten und dann habe ich meine zwei Köfferchen gepackt und bin nach Gran und das war so eine Wahnsinnserfahrung.

00:14:52: Ein so wunderbarer Aufenthalt dort und ich habe da wirklich ganz ganz großes Glück gehabt, dass ich dort bei jemandem gewohnt habe, die sich da gerade ein Haus gekauft hatte, direkt am Strand.

00:15:02: Das war meine Chefin damals, liebe größte Annette und die, also die sich ein ganz tolles Haus gekauft hat, direkt am Strand gelegen und gesagt, Mensch, hast du nicht Lust bei mir einzuziehen?

00:15:12: Ich habe da ein kleines Zimmerchen und dann hat die mir das für kleines Geld vermietet und das war wirklich ein absoluter... Glücksfall, denn Annette hat nicht nur den Kindergarten oder leitet da nicht nur den Kindergarten, sondern hat mir auch so richtig schön auf die Füße geholfen und mich da unter ihre Fittiche genommen.

00:15:27: Und ich glaube, das ist auch so ein Punkt, dass du natürlich irgendwie so ein Traum verfolgst.

00:15:32: Du möchtest gerne mal im Ausland leben und du möchtest gerne was anderes erleben.

00:15:36: Es sind dann aber auch die Menschen, die dir begegnen, die dir dann auch noch mal so ein bisschen den Weg ebnen.

00:15:41: Also es ist auf einer Seite der Wunsch, aber auf der anderen Seite auch noch mal, dass du das nötige quenchen glück dann auch brauchst die richtigen menschen zu treffen die die irgendwie den weg ebnen und die dir auch noch mal neue wege aufzeigen.

00:15:56: und das war wirklich etwas was ganz ganz schönes.

00:15:59: und wie gesagt dann gab es noch ein paar andere station da können wir noch einer anderen zeit noch mal drüber sprechen.

00:16:03: aber Dann habe ich meinen Mann kennengelernt, der dann einen Job gefunden hat in Schottland und dann, ich weiß nicht, dann hatte er zwei Jobangebote, eins in Kuwait und eins in Schottland.

00:16:12: und er sagte, wo wollen wir hin?

00:16:13: Ich habe gesagt, eigentlich Schottland finde ich ganz super.

00:16:16: Und dann sind wir so nach Schottland gekommen und da war ich dann, das ist jetzt ja einige Jahre her, das war auch noch kurz vor dem Brexit, bevor dieser Brexit wirklich gekickt hat.

00:16:26: und dann, ja... gibt es natürlich dann auch so Leute, die dann sagen, ach Susanne, wie was mit Mitte Fünfzig kaufst du dir noch mal ein Haus?

00:16:33: Bist du dort geworden?

00:16:35: Und das war natürlich dann auch noch mal so eine Sache, dass es dann in den Highlands auch Grundstücke noch mal gab oder Häuser zu kaufen gab, wo du mit Mitte Fünfzig auch noch mal sagen kannst, ja okay, da kann ich noch mal all innen gehen, ohne dass ich mich jetzt für die nächsten hundert Jahre noch mit einer Mortgage irgendwie mich belästere.

00:16:52: Das zeigt auch immer wieder, man kann nicht alles im Leben planen.

00:16:56: Man kann nicht immer einen Masterplan haben, sondern manchmal muss man das Leben einfach passieren lassen.

00:17:01: Auf die Impulse, die Leute, die Menschen, die Erlebnisse, die einem auf dem Weg zu begegnen zu hören und zu schauen, wo bringt mich meine Nase jetzt, wo ist die nächste Station?

00:17:13: Es ist schön natürlich immer so ein Ziel, glaube ich, vor Augen zu haben.

00:17:16: Ich persönlich habe tatsächlich noch nie das Masterziel mit dem Masterplan.

00:17:21: Und dann hast

00:17:22: du völlig recht, denn du hast vorhin gesagt, bevor wir gestartet haben, viele Wege führen nach Rom.

00:17:28: Und genauso ist es auch.

00:17:29: Es gibt nicht den einen Plan.

00:17:31: Und das werde ich auch ganz oft gefragt.

00:17:32: Sondern wie hast du es gemacht?

00:17:34: Und klar kann ich erzählen, wie mein Weg gewesen ist.

00:17:37: Das heißt aber nicht automatisch, dass der Weg für andere genauso richtig ist.

00:17:42: Sondern du hast einen Wunsch und dann hast du so ein grobe Plan, wie es da hingehen kann.

00:17:48: Aber das Leben, wie du ... genau richtig gesagt hast, passiert unterwegs.

00:17:52: Und manchmal, glaube ich, gibt es so Abzweigungen, wo du dir vielleicht sagst, Moment mal, das, was ich vielleicht vor zwei, drei, zehn Jahren überlegt habe, wo es hingehen kann.

00:18:01: Das heißt nicht automatisch, dass das der Weg ist, der jetzt immer noch richtig ist, sondern möglicherweise ist ein ganz anderer Weg jetzt für mich richtig.

00:18:08: Und ich mache einen Umweg oder ich gehe einen anderen Weg.

00:18:12: Also Der Wunsch kann weiterhin verfolgt werden.

00:18:15: Ich möchte im Ausland leben, aber ob das jetzt Indien, Gran Canaria oder Schottland ist, ich weiß nicht.

00:18:21: Also das passiert eben unterwegs.

00:18:23: Ich ziehe da gerade total viele Parallelen gedanklich auch so zu Berufswahl, weil man hat ja, ich meine bei dir wahrscheinlich in deiner Kindheit der Jugend sogar noch stärker, aber selbst bei mir noch wurde es ja immer gesagt, entscheidest dich für einen Beruf, du studierst was, du machst eine Ausbildung und das ist dann der Weg.

00:18:37: Ja und das ist das einzige, was einen irgendwie beruflicher füllen muss, wo ich inzwischen glaube, wir sind sind ja auch so vielfältig als Menschen und haben so viele starken Interessen und meistens auch nicht nur eine Sache, für die man brennt, sondern mehrere.

00:18:49: Und ich glaube, beide unsere Wege zeigen wirklich, dass so viel im Leben drin steckt, nicht nur einen Beruf, nicht nur eine Laufbahn, sondern dass sich die Dinge auch erst mal entwickeln können und man auch ein bisschen ausprobieren darf.

00:19:00: Egal in welchem Alter.

00:19:01: Und

00:19:01: dass man auch scheitern darf unterwegs, ja?

00:19:03: Muss!

00:19:04: Ja, richtig.

00:19:04: Also ich sag mal, daran... Also das klingt jetzt so klischeehaft.

00:19:07: Also am scheitern wachse ich.

00:19:09: Aber ich bin hundertmal auf die Fresse gefallen.

00:19:12: Wirklich.

00:19:12: Und hab mir hundertmal eine blutige Nase geholt.

00:19:15: Ja, und dann stehst du auf und guckst, okay, Scheiße gelaufen.

00:19:21: Aber es gibt hundert andere Möglichkeiten, die ich wahrnehmen kann und... die eigentlich für mich bereit liegen und wo ich nochmal sagen kann, ich kann nochmal neu überlegen.

00:19:31: Das hat jetzt nicht geklappt und habe ich mir jetzt eine blutige Nase geholt, macht nicht.

00:19:36: Ich kann nochmal einen anderen Weg gehen.

00:19:38: und wenn man so oft sagt, ah, wir A-Sack, muss noch B sagen, nee, gar nicht.

00:19:42: Also du springst nach C oder nach Z, es ist egal.

00:19:45: Du bleibst bei A, das spielt keine Rolle.

00:19:48: Also das, wo man den inneren Wunsch spürt, Ich glaube, darum geht es, dass man das verfolgt, das, was ich in mir spüre.

00:19:57: Und das, glaube ich, ist dann am Endeffekt auch am ehesten von Erfolg gekrönt.

00:20:02: Na ja, so aufs Bauchgefühl halt hören, ne?

00:20:04: Absolut, absolut.

00:20:05: Ich meine, der Verstand, der spielt uns so oft immer wieder mal einen Streich, wo ich dann hinter, so ein Rückblick, dann immer wieder denke, Mensch, das Bauchgefühl hat dir doch gesagt, wo es hingeht.

00:20:15: Von

00:20:15: Anfang an lag es richtig.

00:20:16: Bauch und

00:20:17: Herz haben in eine Richtung gezeigt.

00:20:18: Was hörst du schon wieder auf den Verstand?

00:20:20: Der sagt, oh mein, er legt doch mal richtig.

00:20:22: Nein.

00:20:23: Also sicherlich muss man so ein gewisses Level an Dysenzy haben, aber trotzdem das Bauch und Herz sagen einem schon... wo es lang geht und was einen glücklich macht.

00:20:34: Ja, das hast du schon gesagt.

00:20:37: Es hat ja auch ganz viele Momente in meinem Leben gegeben, wo ich nicht auf mein Bauch, nicht auf mein Herz gehört habe und Entscheidungen mit dem Verstand getroffen habe, die mich am Ende ganz, ganz unglücklich gemacht haben.

00:20:47: Das sind so Sachen, die ich so aus der Vergangenheit mitnehme, dass ich mir sage, höre, was dein Bauch sagt, höre, was das Herz sagt und schaust du dahin, kommst.

00:20:58: Also

00:20:58: du hattest ja letztens so ein Real gepostet.

00:21:02: Darüber, wie jedes Land, in dem du gelebt hast, ein anderes Tempo

00:21:05: hatte.

00:21:06: Und ich glaube, was mit mir sehr resoniert hast, ist, als du gesagt hast, du hast dir ein anderes Tempo in Schottland.

00:21:12: Man hat so ein bisschen mehr Ruhe und weite zum Nachdenken.

00:21:15: Und vielleicht auch einfach auf sein Bauchgefühl zu hören.

00:21:17: Ich erinnere mich nämlich noch an meine Zeit in Berlin, die ich sehr geliebt und geschätzt habe.

00:21:21: Aber es war so wild und so laut und so hektisch, dass ich glaube ich mein Bauchgefühl... gar nicht gespürt habe, weil einfach so viele äußere Reize da waren und dein Will hat mich unfassbar daran erinnert oder mich bestärkt darin, dass ich hier am richtigen Ort bin, weil ich finde auch das Tempo, was hier herrscht, ist balsam für mich persönlich.

00:21:38: Es gibt mir Zeit zum Nachdenken, keine übereiten Entscheidungen zu machen, sondern wirklich aus Bauchgefühl zu

00:21:42: hören.

00:21:43: Das ist ein ganz, ganz guter Punkt, den du nennst, dass manchmal die äußeren Reize so massiv sind, dass du gar keine Gelegenheit hast, auf Bauch und Herz zu hören.

00:21:53: Du hörst es gar nicht mehr, weil eben so viele äußere Reize auf dich einpasseln.

00:21:57: Ja, das stimmt.

00:21:58: Und hier ist es, so geht es mir natürlich auch, wenn ich morgens mit Vogelgezwitscher aufwache und überhaupt gar nichts anderes höre, maximal ... das Hundegebäude des Nachbarhundes, aber keine Autolärm, keine künstlichen Geräusche.

00:22:11: Da höre ich Schafe, ich höre ja den Hund, ich höre die Fasane krakälen und ein Vogel zwitschern.

00:22:18: Ich höre Blätter, die im Wind rauschen.

00:22:22: Das ist natürlich ein ganz anderes Aufwachen und ein ganz anderes durch den Tag gehen als... Es hatte, als ich in Bucharest gelebt habe oder in Dortmund, in München, aber es mir genauso ging, wie dir, dass ich keine Gelegenheit hatte, auf meinen Bauchgefühl zu hören.

00:22:39: Mein

00:22:39: Bauchgefühl sagt mir aber auch ganz schön oft, wir leben hier in so einer idyllischen Umgebung, wir haben so viel Ruhe, Weite, Natur.

00:22:47: Aber ich bin so froh, dass wir tatsächlich in der Zeit leben, in der wir leben und dass der Flughafen gar nicht so weit weg ist und wir tatsächlich eigentlich nur einen Katzensprung entfernt vom Alten zu Hause sind.

00:22:56: Ja, das stimmt.

00:22:57: Und das ist natürlich ein unglaubliches Privileg.

00:23:00: Also ich sage mal, der Flughafen in Vanessa ist von mir eine Autostunde entfernt.

00:23:05: Also das ist nichts und dann steige ich in den Flieger und ich bin in einer guten Stunde auf dem Kontinent.

00:23:10: Bis Amsterdam ist es nicht weit und wenn ich da meine Kinder sehen will, für Amsterdam ist es dort und ich weiß nicht, drei Stunden mit dem Auto, also das ist oder mit dem Zug, das ist überhaupt gar kein Problem.

00:23:17: Also denn oftmals beinhaltet ja das Wort auswandern, sowas... Existenzielles.

00:23:25: Ich meine sicherlich ist das eine große Entscheidung, wenn man überlegt den Ort zu wechseln.

00:23:29: Ich kann mich aber erinnern, ich bin mit achtzehn nach München gezogen, das im Rückblick betrachtet, weil das eine größere Entscheidung ist als, ich sag mal, nach Schottland zu ziehen.

00:23:40: Denn mit FaceTime, WhatsApp, mit relativ bezahlbaren Flugverbindungen kannst du eigentlich sind wir ehrlich zu jeder Zeit irgendwo hin.

00:23:49: Und wenn mir nach Großstadt Buzz ist oder ich möchte nach Berlin meine Töchter besuchen, ich möchte nach Dortmund meinen Sohn und seine Familie sehen, dann ist das kein... Over the top Ereignis, sondern ich weiß nicht, da kann ich selbst bis Newcastle fahren, da auf die Fähre gehen und bin am nächsten Morgen da.

00:24:07: Das ist alles unglaublich easy und es ist auch bezahlbar.

00:24:11: Also auswandern.

00:24:14: Ich weiß nicht, ein kleines Kind im Motten zerfressenen Mantel mit Pappköfferchen steht auf Ellis Island und wartet sehnsüchtig auf diesen wahnsinnig wichtigen Stempel in auf irgendwelchen Papieren, um dann in die USA einzuwandern.

00:24:26: Abgesehen davon, dass da heute keiner mehr hin will, aber das ist ein Interesse.

00:24:31: Also weißt du, das verbinde ich mit dem Wort Auswandern.

00:24:34: Es ist ein großes Wort.

00:24:36: Ich lebe in einem anderen Land, in einem anderen Ort, gar nicht so weit weg von dem, wo ich eigentlich groß geworden

00:24:42: bin.

00:24:42: Das erinnert mich gerade wieder an meine Zeit in Chile mit meiner Mutter, weil damals war Auswandern tatsächlich noch ein Megaschritt.

00:24:49: Wir

00:24:49: sprechen von den neunziger Jahren, oder?

00:24:50: Wir

00:24:50: sprechen von den neunziger Jahren.

00:24:51: Eine Frau alleine mit ihrem Kind wandert nach Südamerika aus.

00:24:56: Ich meine, der Zeitunterschied mal ganz davon abgesehen, aber auch telefonieren.

00:25:00: Wie hat man sich mit seiner Großmutter oder mit seinen deutschen Verwandten zum Telefonieren verabredet?

00:25:05: Welche Vorwahlen musste man wählen, damit man auch wirklich günstigen Tarif erwischt?

00:25:10: Man musste sich vielleicht sogar mit einem Brief vorher eigentlich ankündigen und sich dann verabreden zum Telefonieren, sodass ich das Gefühl habe, Jetzt aktuell fühlt sich das für mich gar nicht nach, ich bin ausgewandert an, sondern es ist einfach nur eine weitere Station im Leben.

00:25:22: Ja,

00:25:22: absolut.

00:25:23: Aber wir sprechen ganz viel von unserem neuen Leben hier und dem großen Thema Auswandern.

00:25:27: Gibt es irgendwas, was du tatsächlich sehr vermisst an deinem Leben in Deutschland?

00:25:31: Also, da gibt es schon einige Sachen.

00:25:33: Also, ich bin ja Speisen und Getränke.

00:25:34: Das ist ein ganz wichtiges Thema.

00:25:38: Also, ich bin ja auch ausgebildete Hotelfachfrau.

00:25:40: Und habe in vielen verschiedenen Fünschternhotels gearbeitet und hatte viel mit Hospitality zu tun, mit Speisen und Getränken natürlich.

00:25:47: Und ja, das fehlt mich hier so ein bisschen.

00:25:50: Also zum Beispiel ein Wochenmarkt.

00:25:52: Wenn ich mich daran erinnere, wie ich früher in Dortmund mein Fahrrad aus dem Keller geholt habe, habe ich da drauf gesetzt.

00:25:58: Ich bin zum Wochenmarkt gefahren.

00:26:00: Da kannte ich die Markthändler mit Namen und die kannten mich auch.

00:26:04: Und wenn mich dann nicht mehr fragt, ach, wie immer, ja genau.

00:26:08: Und dann packte die mir so und so viel Aprikosen und so und so viel Zeug dann ein, weil sie genau wusste, das brauche ich für die Woche, da wurde gar nicht mehr viel gefragt.

00:26:15: Und es war auch in einer Qualität, die ich hier in Schottland, ja, das muss ich leider sagen, das vermisse ich schon.

00:26:22: Du gehst in den Tesco, guckst, was gibt es da?

00:26:25: Also, ich sag mal Bio.

00:26:27: erstmal ganz wenig und dann alles was du hast an Obst und Gemüse ist in Plastik verpackt.

00:26:32: Also selbst die Himbeeren, die sind nicht im Pappschälchen oder die Erdbeeren nicht im Pappschälchen, sondern die sind alle in Plastik, Schälchen, in Plastik, Folie nochmal verpackt.

00:26:42: und das ist etwas was ich schon sehr vermisse.

00:26:44: und auch die Auswahl.

00:26:46: Ich habe manchmal das Gefühl, dass es saisonal gar keine Unterschiede gibt, sondern dass es immer wieder die selben Obst- und Gemüsesorten das ganze Jahr übergibt, ohne dass ich anhand der Auslagen sehen kann, momentan mal in welcher Saison befinden wir uns eigentlich.

00:27:03: Und das ist etwas, was ich vermisse, die Qualität an gutem Essen.

00:27:08: Ja.

00:27:09: Als du gerade Fahrradfahren erwähnt, fiel mir ein, in meinem ersten Jahr in Manchester hatte ich mir, nicht aus Deutschland jetzt geholt, ich hatte es mir in England geholt, aber so ein kleines Hollandrad gekauft, weil ich so ein kleines bisschen Heimat in meiner neuen Heimat haben wollte und hatte mir dann fest vorgenommen, so am Samstag fährst du mit dem Fahrrad zum Tesco, zum Supermarkt und holst deine Einkäufe, ich hatte vorne ein Körbchen, hinten ein Körbchen, bin losgefahren.

00:27:31: und so Sanne, es war die schlimmste Fahrradfahrt meines Lebens.

00:27:35: Ich wurde nicht nur angeguckt von der Außenwelt, als sei ich eine Verrückte, die mit so einem holländischen Rat, so Amsterdam Style, jetzt einfach sich mutig auf die Straßen begibt, sondern es hat auch keiner Rücksicht genommen.

00:27:47: Die Straßen sind gar nicht so auf Fahrradfahrer ausgelegt.

00:27:50: Und das war tatsächlich für mich so der erste Schock und eine Sache, die ich sehr vermisse, dass Fahrradfahren so ein bisschen mehr Teil der Kultur ist, dass Fahrradfahrer so ein bisschen mehr geschützt werden auf den Straßen.

00:28:00: Also ich glaube, ich war die einzige, wahrscheinlich in mehreren Jahren, die mit dem Fahrrad dazu Tesco gefahren ist und ihre Einkäufe geholt hat.

00:28:06: Und bin danach auch nie wieder auf dem Fahrrad gestiegen, außer jetzt vielleicht für so ein Mountainbike-Uhrlaub mit meinem damaligen Freund.

00:28:14: Also als Sport.

00:28:15: Fahrradfahren wird hier als Sport gesehen.

00:28:17: Rennräder sieht man oft.

00:28:18: Vielleicht fahren noch in den Städten die einen oder anderen Dads mit ihrer ganzen Montur zum Büro mit dem Fahrrad.

00:28:25: Aber es ist jetzt nichts, wo man sagt, das ist so typisch, ach, wir schwingen uns jetzt mal eben aus Fahrrad und fahren zum Wochenmarkt.

00:28:30: Und da vermisse ich tatsächlich sehr auch mit dem Fahrrad einfach loszufahren, Besorgung machen, zur Apotheke gehen.

00:28:36: Das ist schon hier alles sehr autozentrisch.

00:28:40: Ja, das stimmt.

00:28:40: Ich mein, jetzt wohnen wir natürlich auch relativ weit ab von allem.

00:28:43: Also mit dem Fahrrad kämpfst du jetzt hier nicht weit.

00:28:45: Aber selbst in Invanes.

00:28:47: oder weiß ich in Elgin oder ich weiß nicht wo, weiß ich nicht, da sehe ich niemanden auf dem Fahrrad fahren.

00:28:55: Und du hast recht, Fahrradfahren ist hier ein Sport und ich habe sowohl ein Hollandrad hier stehen, das ist mittlerweile schon total verrostet, ich weiß gar nicht, ob sich die Räder noch drehen.

00:29:03: und in einem Anflug von, ich weiß nicht, welcher Teufel uns da geritten hat, haben Philipp und ich uns Mountainbikes gekauft, aber da sitzt du ja wie so ein Stier drauf.

00:29:13: Also ich kann mich da überhaupt nicht mit anfreunden, wie gebeugt du auf diesen Fahrrad sitzt.

00:29:18: Dann mit dem Helm, dann hast du hier Schlaglöcher, ich weiß nicht, es macht irgendwie keine Laune.

00:29:22: Es gibt natürlich so ausgewiesene Mountainbike-Strecken und für jemanden, der wirklich da in dieser Sache so richtig... Da der so richtig drin ist, glaube ich, macht das Freude.

00:29:34: Aber ich habe festgestellt, das ist überhaupt nicht meine Sache.

00:29:36: Also ich erinnere mich, ich erinnere mich auch, wenn ich hol mein Fahrrad aus dem Keller, setz mich drauf, ich fahr zum Markt, kaufe da mein Brokkoli, mein Lauch und dann schön beim Prinzessinnen Wetter im Sommerkleidchen, was schön im Wind flattert.

00:29:48: Und der Lauch, der so halb raus guckt aus meinem schönen Bastkörbchen auf dem Fahrrad, fahre ich dann wieder nach Hause.

00:29:53: Ich mein, es wird sich wahrscheinlich, es verklärt sich wahrscheinlich im Rückblick ein bisschen, was?

00:29:56: mit Sicherheit war das Wetter auch mal schlecht.

00:29:57: Und ich bin hinter Windjacke zum Markt gefahren.

00:30:01: oder mit dem Auto vielleicht sogar.

00:30:03: Aber trotzdem ist das natürlich, das ist eine andere Kultur und du hast recht, das vermisse ich auch.

00:30:07: Ja, das ist nicht, Fahrradfahren ist nichts zum Entspannen.

00:30:09: Wohin gegen ich in Deutschland für mich Fahrradfahren, weil man endlich mal nicht Autofahren, sich mit einer Freundin verabreden und das war ja, auf so einem Hollandrad sitzt man ja auch so ein bisschen aufrechter.

00:30:18: Absolut, richtig.

00:30:19: Es

00:30:19: ist einfach so eine... Ja, ganz entspannte Fahrt hat für mich nichts mit Sport zu tun.

00:30:22: Also mit Mountainbikes kannst du mir auch wegbleiben.

00:30:25: Ich schlage nie vor, auf eine Mountainbike zu mit mir zu gehen.

00:30:28: Ich weiß nicht, ich habe das gerade nicht

00:30:29: über die Linie.

00:30:30: Vorzuge dann doch unsere Saunasondage.

00:30:33: Wir haben ja gerade darüber gesprochen, man braucht nicht immer den großen Masterplan.

00:30:36: Manchmal passiert das Leben auch einfach so.

00:30:39: Aber vielleicht können wir ja doch so eine kleine Sneak-Peak geben.

00:30:42: Was kann man von uns hier erwarten auf unseren Podcast?

00:30:45: Ja, Ramona, unser Podcast heißt ja Sturmfrei in den Highlands.

00:30:50: Was ist hier eigentlich so sturmfrei?

00:30:51: Weil eigentlich ist es doch relativ stürmisch hier.

00:30:54: Es ist sehr stürmisch hier, was aber sturmfrei ist und deswegen finde ich den Namen irgendwie hat ja mehr irgendwie zu viele mehr ausgelöst ist, dass wir beide auch wenn wir in total unterschiedlichen Phasen in unserem Leben sind.

00:31:05: Endliches geschafft haben, uns so ein Sturm frei zu kreieren von all den Normen oder Strukturen, in denen wir früher gelebt haben oder die uns vielleicht auch vorgegeben wurden.

00:31:13: So ein Leben, wo wir dachten, wir müssten es führen, um unsere Eltern oder die Gesellschaft glücklich zu machen.

00:31:18: Und jetzt haben wir irgendwie endlich sturmfrei in einem der schlimmsten Länder Europas.

00:31:25: Stimmt.

00:31:25: Also für mich heißt es, glaube ich auch, den inneren Sturm freizulassen oder überhaupt, wenn Sturm anrauscht, dass er sich hier freiaustoben kann und das nehme ich auch so ein bisschen für mich in Anspruch.

00:31:41: dass ich vielleicht etwas weniger rücksicht nehmen muss, sondern dass ich die Stürme nehme, so wie sie kommen.

00:31:47: Ja.

00:31:47: Weil ich kann eh nichts machen.

00:31:49: Ich lasse sie einfach frei.

00:31:51: Ich glaube, dass ja auch das in Schottland mit dem Wetter, es ist ja wirklich so, es lohnt sich nicht, sich darüber zu ärgern oder das Wetter blöd zu finden oder auch, Mensch, schon wieder Regen, nein, also schottisches Wetter macht sowieso was es will.

00:32:03: Richtig.

00:32:04: Es kann jederzeit auch wieder der Himmel aufbrechen und die Sonne durchkommen.

00:32:07: Man muss es einfach geschehen lassen, so wie das Leben einfach manchmal geschieht.

00:32:10: Ja.

00:32:11: Also sturmfrei steht für ganz schön viele Sachen, die wir beide so leben, durchlebt haben und irgendwie auch für so ein bisschen Freiheit, Sturmfreiheit vom Leben.

00:32:20: Ja, absolut.

00:32:21: Und ich finde, das ist ein ganz schönes Schlusswort.

00:32:23: Aber vielleicht können wir noch mal unsere Zuhörerinnen mitnehmen, vielleicht einen kleinen Ausblick geben auf das, was sie noch erwartet in den zukünftigen Podcasts, die wir noch machen.

00:32:34: Ja.

00:32:35: Was erwartet sie dann?

00:32:38: Also.

00:32:40: Ich weiß nicht, ob wir es in jeder Folge schaffen werden, Cremor zu trinken, aber es wäre natürlich schön.

00:32:45: Ihr werdet von uns echte Geschichten über unsere Leben bekommen.

00:32:48: immer wieder auch unterschiedliche Perspektiven, denn auch wenn wir viel gackern, wir sind nicht immer derselben Meinung zusammen.

00:32:53: Das stimmt.

00:32:54: Und das ist nicht gut.

00:32:56: Absolut, absolut.

00:32:57: Wir haben unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge, das echte Schottland, ja,

00:33:01: oder auch witzige Alltagsbeobachtungen.

00:33:04: Es gibt ja viele kulturelle Unterschiede, auch wenn man das nicht so meint, man ist relativ nah am Kontinent dran.

00:33:09: Trotzdem, ich meine, jetzt bin ich mir mit dem Briten verheiratet und du hast eine langjährige Beziehung geführt mit einem Briten.

00:33:15: Trotzdem gibt es große Unterschiede, die man gar nicht so meint.

00:33:18: Und es gibt auch manchmal ja witzige Missverständnisse.

00:33:22: Fettnäpfchen, in die

00:33:23: man auch getreten ist.

00:33:25: Ich kann sie gar nicht mal in einer Hand abzählen, aber so die ersten Jahre ständig.

00:33:28: Ich bin vom

00:33:29: Dreier reingesprungen.

00:33:31: Mit Anlauf vom Dreier in den Fettenapfen.

00:33:35: Und auch teilweise erst Monate später realisiert,

00:33:38: was ich

00:33:39: da eigentlich

00:33:40: fabriciert habe.

00:33:41: Das war keine gute Idee.

00:33:42: Stimmt, also da gibt es ganz, ganz viele witzige Geschichten.

00:33:47: auch weniger witziger, aber auf jeden Fall sind das Geschichten, die erzählenswert sind und von denen ich glaube, dass sie unsere Zuhörerinnen auch interessant finden.

00:33:55: Ich glaube auch.

00:33:56: Und auch wenn wir beide uns natürlich schon ein kleines bisschen besser kennen, so haben wir uns trotzdem eigentlich erst vor einem Jahr ungefähr, noch nicht mal.

00:34:03: Wir haben uns vor weniger als einem Jahr kennengelernt.

00:34:05: Und

00:34:05: das ist was Ramona, das finde ich so spannend in diesem Podcast auch, denn unsere Zuhörerinnen lernen uns im Laufe der Zeit besser kennen, aber wir zwei werden uns auch besser kennenlernen, denn es ist so wie du sagst.

00:34:16: So gut kennen wir uns eigentlich gar nicht.

00:34:19: Wir haben wir leben am gleichen Ort und haben viele Gemeinsamkeiten.

00:34:22: Es gibt aber auch große Unterschiede.

00:34:25: Und ich glaube, so wie wir uns im Laufe der Zeit besser kennenlernen, so können uns sie zuhören und vielleicht auch sogar dabei zu gucken, wie wir uns besser kennenlernen.

00:34:34: Und ich glaube, das wird für uns alle was Neues und Spannendes und Unbekanntes.

00:34:40: Eins steht fest, du und ich, wir weiben.

00:34:42: Ich habe das schon sehr früh gemerkt.

00:34:44: Wir klicken.

00:34:45: Alles Weitere wird wie immer einfach passieren.

00:34:48: Und uns werden die Ideen kommen und auch wahrscheinlich irgendwann Fragen kommen, die wir beantworten.

00:34:53: Und ich freue mich total auf diese Reise mit dir.

00:34:56: Also geht mir ganz genau so.

00:34:57: Und ich möchte mich noch mal an alle zuhören.

00:35:00: Wenn ihr Fragen habt, bitte schreibt es uns in die Kommentare.

00:35:03: Wir werden die alle lesen.

00:35:04: Wir werden eure Fragen durchgehen und werden sie im Laufe der Zeit versuchen, alle zu beantworten.

00:35:10: Und ich sage mal, das ist doch so ein kleiner Mitmach-Podcast hier.

00:35:13: Ja,

00:35:14: so ganz alleine wollen wir das hier nicht veranstalten.

00:35:16: Und

00:35:16: ihr sollt auch nicht nur konsumieren, sondern ein bisschen mitmachen.

00:35:20: Ja.

00:35:20: Und bitte schreibt uns in die Kommentare, was euch interessiert.

00:35:23: Welche Fragen habt ihr an uns?

00:35:25: Es gibt es, von dem ihr euch wünscht, dass wir das noch mal näher beleuchten.

00:35:30: Also, wir sind offen.

00:35:31: Also, ich freue mich wirklich wie Bolle.

00:35:33: Ich bin sehr, sehr gespannt, wo das Ganze noch hingeht.

00:35:36: Und ich würde sagen, wir schließen das einfach ab mit einem Dankeschön fürs Zuhören.

00:35:41: Genau, vielen Dank fürs Zuhören und wir freuen uns auf nächste Woche mit euch.

00:35:44: Bis dann!

00:36:04: Tschüss!

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